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Helmut Jung

 

 

Seine Wurzeln hat er in Dietesheim

 
"Wo man singet, lass dich ruhig nieder;/ Ohne Furcht, was man im Lande glaubt;/ Wo man singet, wird kein Mensch beraubt;/ Bösewichter haben keine Lieder" - Die bekannten Zeilen von Johann Gottfried Seume, dem sächsischen Soldaten, Wanderer und Dichter, werden gerne zitiert, wenn es um eine fröhliche Geselligkeit und um das Erklingen von Volksweisen geht. Das gemeinsame Singen fördert offenbar Gemeinschaft. Dies hat auch Helmut Jung, der langjährige Vorsitzende des Sängerkranzes 1845 e.V. erfahren.

Jung, dessen familiäre Verwurzelung weit in die Geschichte Dietesheims zurückreicht, kam schon als Bub zur Chormusik. 1957, im Alter von 7 Jahre, trat er der Knabenchorgemeinschaft bei, die von Hermann Gesser geleitet wurde. Der Chormeister aus Steinheim führte Talente aus Seligenstadt, Froschhausen, Steinheim und Dietesheim zu einem bedeutenden Jugendensemble zusammen, mit dem der junge Helmut viele Gastspielreisen nach nah und fern unternahm.

Nach seinem Wehrdienst knüpfte der junge Dietesheimer an die Mitgliedschaft beim Sängerkranz wieder an und wurde Mitglied im Männerchor. Regelmäßig ging er zu den Übungsstunden, die damals noch im Feuerwehrhaus an der Dietesheimer Straße stattfanden. Schon früh widmete sich der gelernte Maschinenschlosser, der bei der Instandsetzung von Industrieanlagen tätig ist, der Jugendarbeit im Sängerkranz. Das Heranführen von jungen Chorsängern war nicht nur ein interessanter Ausgleich zur Werksarbeit in Offenbach, sondern auch ein wichtiger Beitrag für die Zukunftsfähigkeit des Vereins.

1994 übernahm Jung den Vorsitz des Vereins. Wer Erfahrungen im Ehrenamt hat, weiß zu schätzen, was es heißt, eine Organisation mit 350 Mitgliedern und vier Chören zu leiten. Neben dem traditionellen Männerchor, dem Frauenchor und der Kinderchortruppe, die aus der Knabenchorgemeinschaft erwachsen ist, kann der Sängerkranz mit den "Females" aufwarten, einem Chor mit jungen Frauen, der dem Sängerkreis neue Kreise erschlossen hat. "Es ist heute schwierig geworden, Menschen für die Mitgliedschaft in einem Chor zu gewinnen!" Für Helmut Jung ist der gesellschaftliche Trend auch in Dietesheim spürbar, dass sich Menschen nur für zeitlich begrenzte Aufgaben gewinnen lassen. Gleichwohl braucht es Aktive und Führungspersönlichkeiten, die eine Organisation zusammenhalten können.

Beim Erstellen des Portraits kommen wir immer wieder auf Dietesheim zu sprechen. Für Helmut Jung ist "Diddesem" Heimat, Ort der Identifikation, wo man erkannt wird und andere wiedererkennt, ein "Ort der Vertrautheit, wo man zuhause sein kann".

Jung berichtet, dass 35 bis 40 seiner Schulkameraden noch in der Nähe wohnen. man trifft sich, sieht sich, feiert zusammen, singt im Chor oder tritt auf die Bühne. Denn Helmut Jung "leistet sich" neben dem Sängerkranz noch ein Steckenpferd ganz besonderer Art: Er spielt Theater in Sankt Sebastian bei den "Kirchturmkomödianten".

Auch wenn Helmut Jung gerne reist, so kommt er doch immer wieder gerne zurück in seinen Heimatort. Wenn vom 20. bis 23. August wieder Kerb ist in Dietesheim, und die Ortsansässigen, die Zugereisten und die Vorbeireisenden sich im Unterort einfinden, dann spürt auch der größte Skeptiker die Kraft, mit der Dietesheim seine Menschen an sich bindet, die hier ihre Wurzeln haben.

Helmut Jung ist einer von ihnen.

(Aus mühlheim main magazin nr.11 vom August 2005)